Das Leiden Jesu Christi sei immer in unseren Herzen. (Hl. Paul vom Kreuz)

Tagebuch:   50 Tage Ostern - 2015

Die Überfülle der Heilsgewissheit


Christi Himmelfahrt


Die Erhöhung der menschlichen Natur  Christus wurde zum Himmel empor gehoben (Lk 24,51). - Mancher wird vielleicht sagen: Was geht das mich an? Es geht dich an, weil auch du in ähnlicher Weise in die Wolken emporgehoben werden wirst, denn dein Leib ist von derselben Natur wie seiner. Es wird also auch dein Leib so beweglich werden, dass er durch die Lüfte gehen kann; denn wir das Haupt, so auch der Leib. Wie der Anfang, so auch das Ende. Sieh aber, wie sehr du geehrt bist durch diesen Anfang. Der Mensch war das niedrigste der geistigen Geschöpfe. Aber die Füße sind Haupt geworden, sie sind erhoben zu königlichem Sitz in ihrem Haupt.
Johannes Chrysostomus  

Nach seinem Tod und seiner Auferstehung hat Jesus den Jüngern gezeigt, dass er lebt. Er ist ihnen erschienen, nicht als Geist, sondern in dem neuen Leib der Auferstehung, verwandelt zwar, aber doch leiblich, mit Fleisch und Knochen. Die Jünger konnten ihn berühren, haben mit ihm gemeinsam gegessen.
Nun wird Jesus vor ihren Augen in den Himmel erhoben. Das bedeutet nicht, dass Jesus als eine Art Superman der Antike in die Lüfte geflogen ist. Sicher, die Jünger haben vor Staunen den Mund nicht mehr zubekommen und mussten erst wieder in die Realität zurückgeholt werden. Aber es ist nicht das Wunder eines fliegenden Jesus, das es heute zu bestaunen gibt.
Was uns an Christi Himmelfahrt auch heute noch zum Staunen bringen kann, ist die Ehre, die Gott dem Menschen erweist. In Jesus Christus ist Gott wirklich als Mensch geboren worden und hat als Mensch gelebt. Bei seiner Himmelfahrt nimmt Jesus nun auch dieses Menschsein von der Erde mit in den Himmel hinauf.
Jesus, Gottes Sohn und Bruder der Menschen, kehrt mit unserer mensch- lichen Natur in Gottes Herrlichkeit zurück! Nun ist Gott nicht mehr nur der Freund des Menschen aus der Ferne, sondern das Menschliche ist ihm ganz nah, ist direkt am "Herzen Gottes", ist mit Christus in die Mitte der Göttlichkeit erhoben.
Es gibt jetzt keinen Gegensatz mehr zwischen Mensch und Gott. Nun hat Gott endgültig einen Weg geöffnet für die innige Gemeinschaft mit dem Menschen, nach der er sich schon seit der Schöpfung sehnt. Warum zögern wir noch? Staunen wir über die Wunder, die Gott uns bereitet und treten wir ein in die Gemeinschaft mit ihm!

Die neue Perspektive 

Dann kehren sie in großer Freude nach Jerusalem zurück. Und sie waren immer im Tempel und priesen Gott.   Plötzlich ist der Schock überwunden. Die Herzen der Jünger sind aufgegangen. Sie haben erfahren, dass das Entschwinden Jesu nicht das Ende war, sondern der Anbruch einer neuen Zeit, in der es gilt, die Freude und das Glück, das sie mit Jesus erfahren haben, als er noch unter ihnen lebte, weiterzugeben, damit alle Welt es hören kann.  Die Jünger haben eine neue Perspektive erfahren. Jesus ist zwar nicht mehr unter ihnen, er ist aber auch nicht in einen fernen Himmel entschwunden. Jesus lebt, er ist mitten unter uns! Von der Liebe gedrängt, wie er in die Welt hinabgestiegen ist, steigt der wunderbar verherrlichte Sohn hinauf zum Vater, gezogen von dessen allmächtiger Liebe.  Das Zeichen der Erlösung, das Kreuz, das der Engel bei der Menschwerdung zu Maria gebracht hat, bringt der Erstgeborene von den Toten heim zum Vater als Zeichen seines Sieges. Das Evangelium, das Jesus in die Welt getragen hat und vor seiner Himmelfahrt den Aposteln übergab, tragen diese nun in ihrem Herzen. Den Jüngern voran vertraut seine Mutter, allen Glaubenden als Mutter hinterlassen, dem Wort Jesu: Wenn ich über die Erde erhöht bin, werde ich alle zu mir ziehen (Joh 12,32). Sie lieben ihn, auch wenn sie ihn nicht mehr sehen, und beten voll Sehnsucht: Amen. Komm, Herr Jesus! (Offb 22,20)."


Hans Urs von Balthasar

 Hl. Paul vom Kreuz, Ordensgründer

Geschichte und Herkunft der Passionisten

Für weitere Informationen über unseren Ursprung siehe auch:

http://www.argentario-almanacco.it/118_Passionisti/118_de.html#